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Interview des Idea-Verlag mit dem Künstler Wolfgang End und Prof. Hubertus Häberle vom Institut für Gliederfüssler, Wirbeltiere und bayerische Rautenfische. Von Hariet Paschke

Idea-Verlag: Wie Sie uns erzählt haben, Herr End, war das Malen schon in Ihrer Kindheit eine Leidenschaft. Haben Sie sich stringent auf den Beruf des Kunstmalers hin entwickelt?

End: Eigentlich nicht. Denn, ob ich male, war damals nicht ganz klar. Zumindest künstlerisch wollte ich den Weg gehen und da waren genügend Ansätze schon da. Malen ist ja nur eine Sprache in der Kunst. Schon mit vier Jahre hörte ich im Radio, zum Leidwesen meiner Eltern, am liebsten Opernarien und Operetten. Meine Mutter mochte keine Opern. Gerne baute ich auch aus Sand im Sandkasten oder aus Lehm und Steinen kleine Städte für Ameisen. In der Schule zeichnete ich und fiel dort durch die witzigen Zeichnungen auf. Wasserfarben mochte ich nicht so recht, denn ich hatte schon immer einen Hang für kräftige Farben!

Mit 12 begann ich in einer Akkordeonschule Gitarrespielen zu lernen. Später ging ich zum örtlichen Musikverein, um dort Klarinette zu lernen. Ich wechselte aber bald zu der Stadtkapelle Offenburg und bekam durch die Stadt Offenburg ein Stipendium für die Städtische Musikschule.

Das Bestreben Musiker/Künstler zu werden, wurde durch meine Eltern untergraben. Ich sollte einen anständigen Beruf ergreifen. Deshalb machte ich eine Betriebsschlosserlehre. Kunst blieb somit Nebensache und ich hatte ein Problem damit. Irgendwie wollte ich doch die örtlichen Grenzen sprengen, was ich Schritt um Schritt auch tat. Bei der Bundeswehr gab es verschiedene Situationen, die mein zukünftiges Handeln bestimmten sollten. Das war Anfang der 70er Jahre, als ich dort meine Wehrpflicht ableistete. Ich beobachtete eingezogene Drogensüchtige, die apathisch auf den Fluren im San-Bereich herum lagen und mit leeren Blicken wie Zombies in die Gegend starrten. Während dieser Zeit war ich auch bei einer Truppenübung in Grafenwöhr. Dort wurden amerikanische Soldaten aus Vietnam zwischengelagert, weil man sie so in den USA nicht zeigen wollte. Sie hat man auch, mit Drogen voll gepumpt, in den Kampf geschickt. Sie waren aggressiv und sahen elend aus. Dies war sozusagen der Impuls, mein Leben zu ändern. Von da ab wollte ich nicht mehr nur den Wünschen meiner Eltern Folge leisten und das machen, was man in einem Dorf für richtig hält, sondern ich wollte etwas gegen das Unmenschliche, etwas für den Menschen tun und beschloss, mein Leben in die eigene Hand zu nehmen und das zu tun, was wirklich gemacht werden musste. Nach der Bundeswehr besuchte ich zunächst die technische Berufsaufbauschule. Nebenher arbeitete ich bei einem Gipser (Hausverputzer) und mit dem ersten Geld kaufte ich mir Pinsel, Malpappe und Farben. Dies war der Beginn der Malerei. Genau in dem Augenblick, als ich mit dem Malen anfing, war es auch mit der Musik zu Ende. In der Freizeit beschäftigte ich mich auch mit Lyrik. In einem Kino wurde ich Filmvorführer. Nachmittags hatte ich dadurch viel Zeit zum Malen. Während der Filmvorführungen las ich hauptsächlich. In dieser Zeit lernte ich auch eine Freundin kennen. Wir kauften uns eine Eigentumswohnung und zogen zusammen. Da ich aber dadurch mehr Geld brauchte, ging ich auf Montage. Ich malte daher nur am Wochenende. Während der Woche beschäftigte ich mich mit Lyrik. Ende der 70er Jahre lebte ich dann in Stuttgart. Die ersten Bilder wurden verkauft. Mitte 1980 ging ich nach München, um Profi zu werden.

Idea-Verlag: Welche Künstler in der Vergangenheit und Gegenwart haben Sie bewundert oder besser gesagt, gibt es Vorbilder?

End: Da gibt es sehr sehr viele: Sophie Calle, Ellsworth Kelly, Frank Stella, Roy Lichtenstein, George Grosz, Max Beckmann, Otto Dix, Joseph Beuys, die Impressionisten, Hironimus Bosch, Mathias Grünwald etc. und Waki Zöllner.

Idea-Verlag: Die Inhalte Ihrer Bilder und die Darstellungsweise könnte man als "typisch für den End" bezeichnen. Ich meine damit vor allem Ihre heiter-ironische Art, Attitüden der Gesellschaft und regionale Symbole zu persiflieren. Wie sind Sie dazu gekommen? Ist es aus dem Bauch heraus entstanden oder das Produkt intensiven Suchens nach einer Lücke in der immensen Flut an Bildproduktionen?

End: Es waren zunächst die Grenzen im kleinen Dorf. Mein damaliger Horizont endete am Ortsschild und die Welt war eine Scheibe. Damals dachte ich schon, dass es was anderes geben müsste, so sprengte ich Grenze um Grenze.
Schon früh stand auch der Mensch im Mittelpunkt meiner Beobachtungen und ich wurde auch ein großer Fan der Menschenrechte.
Dabei studierte ich auch das Klein(st)bürgerliche, ihr Denken, ihre Sprache und Ausdrucksweise. Viele Reisen unternahm ich in die Pfalz, nach Baden-Württemberg und später innerhalb von Bayern, um die Eigenarten und Verhaltensweisen der dort lebenden Menschen zu verstehen.

So kam ich auch auf die Weißwurst, die Frauenkirche und die bayerischen Rauten.
Natürlich beschäftigte ich mich die ganze Zeit mit Kunst. Wie wird Kunst definiert, was ist Kunst usw., dadurch lernte ich viele Künstler und viel Kunst und deren Spielarten kennen.
Nach einer Lücke habe ich nie gesucht, aber nach einer Ausdrucksform, mit der man gut den Menschen erreichen kann. Kunst kann man u.a. auch damit definieren: Man findet etwas, was bei den Leuten eine emotionale Wirkung auslöst, auf das setzt man seine Botschaft/Mitteilung und so auf diese Art und Weise wird dies zur Kunst.

Idea-Verlag: Der Rautenfisch ist ja nun eine einmalige Idee und ausbaufähig. Manche sprechen von einem Rautenfisch-Imperium! Warum?

End: Der Rautenfisch ist ja ursprünglich und auch jetzt ein Symbol für Bayern. Er ist sogar ein bayerisches Staatsgeheimnis! Er soll die Landschaft Bayern und deren Menschen symbolisieren. Ursprünglich sollte er das ja in einem See vor der Bayerischen Staatskanzlei im Hofgarten. Scherzkekse haben den Fisch aber entführt und ausgesetzt. Dadurch geriet er außer Kontrolle und man fürchtet sich daher um die heimische Fauna und Flora.

Die Bayern sind ja eigentlich im Grunde harmlos und friedlich, aber wehe man reizt sie. Dann können diese zu Rasenden werden.

Idea-Verlag: Herr Prof. Häberle waren sie nicht erstaunt, dass die Wissenschaft da eine Spezies übersehen hat?

Prof. Hubertus Häberle: Wir haben hier keine Spezies übersehen. Vielmehr handelt es sich um eine neue Fischart, die sich unkontrolliert verbreitet und rasend vermehrt und wir Wissenschaftler wissen nicht, wo das Ganze hinführt und wie weit es die heimische Fauna und Flore beeinflusst. Um wirklich das Ausmaß des Schadens erfassen zu können, bedarf es noch weiterer Forschungen und das kostet Geld. Ob der Fisch uns nützt oder schadet, wissen wir noch nicht, aber dass er uns schadet nehmen wir so einfach mal an. Weitere Forschungsergebnisse über den Rautenfisch finden sie im zweiten Buch, das wohl zum Herbst herauskommen wird.

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