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"Es geht um die Wurst"
Edeltraut Schreier

 

Marion von Schabrowsky:
"Kunst soll Freude machen"

So lautet der Leitspruch des Künstlers Wolfgang End, den er in seinem Werk mehr als überzeugend umgesetzt hat.

Der gebürtige Ortenberger Autodidakt, der seit mehr als zwanzig Jahren in München lebt, ist in seinem Schaffen wohl als Sensualist zu bezeichnen, denn er gibt alles rückhaltlos und verschwenderisch. Eine Vielfalt von Formen, Figuren und Objekte rangeln fast um einen Platz auf der Leinwand, um in reine, satte Farbe getaucht zu werden.
Seine zahlreichen Stilleben dokumentieren wohl am besten End's Freude an einem malerischen Intermezzo und lassen darüber hinaus auch seinen Sinn für Witz und Ironie erkennen.

Stilleben CharlyStilleben Charly
Stilleben Charly
Eines seiner skurrilsten Werke ist wohl "Stilleben Charly"Stilleben Charly
Stilleben Charly
. In diesem Werk blickt der Betrachter wohl etwas verwirrt auf ein Cocktailglas auf dessen Boden sich ein Tintenfisch aalt. Zu ihm gesellt sich ein Seepferdchen, das an einem Strohhalm Halt sucht. Dem Cocktailglas, das auf einer bunt karierten Tischdecke platziert ist, setzt End noch seine typischen Attribute mit denen er seine Bilder als "bayerisch" kennzeichnet: einen Teller mit ein Paar Weißwürsten und einen blau-weiß-gerauteten Fisch. Die bunte Vielfalt wird noch übertroffen vom Hintergrund, der von verschiedengemusterten Farbfeldern beherrscht wird, die sich diagonal in das Bild schieben. "Stilleben Charly" ist eine fast doppelseitige Arbeit.


Bunt und naiv wie es ist, drückt das Bild eine gewisse kindliche Unbeschwertheit aus. Bei näherer Betrachtung scheint es aber, dass End ein schelmisches Spiel mit dem Betrachter spielt, stellt er doch - durch den überraschenden Bildinhalt - dessen allzu menschliche Sucht, alle Erscheinungen mit einem Sinn belegen zu müssen, auf die Probe.
Gedankenspiele, Farbenspiele... das sind die eigentlichen Themen, die End's Bilderwelt bestimmen.

Auch "Stilleben"Stilleben Stilleben
Stilleben
, wie End eine seiner Arbeiten nennt, ist diesem Thema unterstellt. Hier spielt er mit der althergebrachten Bedeutung dieser Genrebezeichnung... ja stellt sie fast auf den Kopf. Alles andere als kontemplativ oder gar meditative, scheint das dargestellte Blumenarrangement von einer geheimen Kraft eingenommen zu sein. Voller Energie lösen sich vereinzelte Blüten von ihrem angestimmten Platz und schwirren wild durch den Bildraum. Nicht einmal vor dem eingrenzenden Bildrand machen sie halt, sondern erobern auch den Rahmen, so als wollten sie dem Betrachter entgegenfliegen, ihn teilhaben lassen an ihrer eigenen, zügellosen Lebensfreude. "Kunst soll Freude machen" schreit es förmlich aus dem Bild heraus.

Wolfgang End bringt damit nicht nur seine eigene Persönlichkeit und
Lebensphilosophie zum Ausdruck, sondern möchte den Betrachter miteinbeziehen, ihn anstecken. Er selbst sagt ja "Ich möchte den Betrachter ermuntern, fröhlicher zu sein. Das Leben ist fröhlich, wenn er es nur sehen kann".

In seinem malerischen Habitus setzt er dieses Ziel auch konsequent durch. So wie sich die Bildinhalte seiner Stilleben fast jedem rationellen Interpretationsversuch entziehen, so widersetzen sich auch seine Kompositionen jedem realen Erfahrungswert. Tische sind zur Bildebne hochgeklappt, Figuren, Objekte, alles dies erscheint aufgeklebt wie Sticker auf einem bunt-gemusterten Untergrund. Irrationell, überraschend, ungezwungen... fröhlich eben, so will es Wolfgang End und seine Bilder sollen diesem Ziel gerecht werden.

Dennoch wäre es falsch End's bildnerische Welt als naiv-dekorativ abzutun. In vielen seiner Arbeiten zeigt sich End als kritischen Beobachter seiner Umwelt ohne dabei verfänglich zu erscheinen.
Eines dieser doppelschneidigen Bilder ist "Die Weisswurst", Die Weisswurst Die Weisswurst
Die Weisswurst
eine Arbeit mit der er an der 'Großen Kunstausstellung 2000' teilgenommen hat. Hier trägt End in seiner typisch bunt-plakativen Manier zusammen, was so gerne mit seiner Wahlheimat München in Verbindung gebracht wird: Gartenzwerge, Weißwürste, weibliche Schönheiten, Weissbier, und selbstverständlich München's Schicki-Micki-Prinz Moshammer.

"Die Weißwurst" ist sicherlich als eine witzige Hommage an München und seine Lebensart zu verstehen, aber auch als Persiflage auf gelebte und gerne hochgehaltene Klischees und damit auf das kleinbürgerliche Denken, dass die Isarmetropole so fest im Griff hat.

Ohne Worte oder Münchener Freiheit, Teil 2 Ohne Worte oder Münchener Freiheit, Teil 2
Ohne Worte oder Münchener Freiheit, Teil 2
Gleichwohl humorvoll wie kritisch ist auch das Werk "Ohne Worte oder Münchener Freiheit, Teil 2"Ohne Worte oder Münchener Freiheit, Teil 2
. Die eigenwillige Komposition ist ganz von Ihrem Hauptakteur eingenommen. End präsentiert ihn von hinten, mit gespreizten Beinen und vornüber gebeugt und steckt ihn in kurzerhand in kurze bayerische Lederhosen, weißem Hemd und roten Strapsen. Durch die Beine hindurch blickt der Betrachter auf eine sanfte Feld- und Wiesenlandschaft, über der gerade die Sonne aufgeht. Obwohl "Ohne Worte oder Münchener Freiheit, Teil 2" in seiner äußeren Form amüsant erscheint, kann es nicht als banaler Witz gelesen werden, in dem, wie es scheint, das Schwulenmileu wieder einmal auf die Schippe genommen wird.
Der Strapstragende ist vielmehr als ein kollektives Symbol für "das Andere" zu lesen, das in unserer Gesellschaft oftmals auf Ablehnung und Hohn stößt. End, der sich immer wieder für das Recht der freien persönlichen Entfaltung ausspricht, plädiert hier wohl für die gesellschaftliche Notwendigkeit alte Fesseln abzuwerfen, um der Toleranz und Aufgeschlossenheit einen breiteren Weg zu ebnen.

End's Bilder wie z.B. "Die Weisswurst" oder "Ohne Worte oder Münchener Freiheit, Teil 2" wirken an der Oberfläche eher wie witzige, harmlos-bunte Kreationen. Dennoch verbergen sie in sich tiefere Bedeutungsebenen, die nur darauf warten vom Betrachter entdeckt zu werden.

In seinem künstlerischen Schaffen stellt End also den Betrachter in den Mittelpunkt. Das Bild selbst ist für ihn nur noch Mittel zum Zweck, den Betrachter dahingehend anzuregen über die Welt, Gesellschaft und vor allem über sich selbst nachzudenken und sein eigenes Tun und Handeln zu reflektieren. End's unverwechselbarer Stil ist dabei das wichtigste Element dieses Ziel zu erreichen.
Die einfache Formensprache und opulente Farbenpracht zielt darauf ab, das Auge des Betrachters zu locken und einzufangen. Über die sinnliche Erfahrung hinaus halten überraschende Gegensätze und Widersprüche im Bild den Blick des Betrachters fest, machen ihn neugierig und verlängern die Aufmerksamkeit. So will End erreichen, dass der Betrachter tiefer in das Bild und seinen Inhalt blickt. Dabei verliert End niemals das aus dem Auge, was ihm so sehr am Herzen liegt: Toleranz. Er möchte sein Publikum nicht vor eine allzu eindeutige und damit abgegrenzte Thematik stellen. Mittels des suggestiven Charakters seiner Bilder räumt End dem Betrachter immer wieder die Möglichkeit ein, individuelle Assoziation zu entwickeln.

End selbst sieht sich aber oftmals mit einer gewissen Intoleranz konfrontiert, musste er sich doch wegen seiner durchaus bissigen Bildaussagen bereits vermehrt Kritik gefallen lassen. Diese Tatsache spricht aber durchaus für den erwünschten Effekt seiner Bilder. Schließlich will End mit seinen Bildern Aufmerksamkeit erregen, will aufzurütteln und vielleicht sogar zum Umdenken anregen.

End's Bilder sind also der Alltagswelt und Ihrer Problematik entsprungen und zielen auch in ihrer Aussage wieder auf den Alltagsmenschen ab. Nicht "Kunst für die Kunst" heißt es bei End, sondern "Kunst für den Menschen". Und diese, seine Kunst soll eine Alternative darstellen zu der Vorherrschaft der konzeptionellen Kunst auf der einen Seite und einer Kunst, die von Nüchternheit und Reduktionismus geprägt ist, auf der anderen Seite. Er stellt sich damit bewußt einer Kunst entgegen, die zu oft für sich selbst und ihr elitäres Publikum spricht. End möchte die Mauern des berühmten Elfenbeinturms durchbrechen, indem er eine künstlerische Sprache für sich entwickelt hat, die eine ganze Bandbreite von Menschen erreichen soll - sie fröhlich aber auch nachdenklich stimmen soll.

    © 2004-2008 by Wolfgang End  Pfeil nach oben