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Die Geschichten: James Blackforest

28. Die Bürgermeisterwahl

James sitzt am Küchentisch und blättert im "Offenburger Käsblättli" (im Volksmund wird so die Offenburger Tageszeitung genannt), oder auch kurz 's`Zittung' (Zeitung). Ein neuer Bürgermeister wird gesucht, der 'Alte' Hermann Litterst geht in den Ruhestand. 'Das wäre doch eine Chance für mich', denkt James. So setzt er sich an den Computer. Die Bewerbung ist schnell geschrieben und ausgedruckt. Am nächsten Morgen staunt man nicht schlecht im Sekretariat der Gemeinde Ortenberg über seine Bewerbung:

James Blackforest
Hausmeister und Künstler
Montenegro-Straße 13
77799 Ortenberg - Käfersberg              Käfersberg, den 8.9.2008

Gemeinde Ortenberg
Sekretariat
z. Hd Frau Nicole Maurer
Am Dorfplatz 1
77799 Ortenberg

Bewerbung für das Bürgermeisteramt

Sehr geehrte Frau Maurer,

hiermit bewerbe ich mich fristgerecht für das Amt des Bürgermeisters von Ortenberg.

Zunächst über mich selbst. Geboren bin ich im Krankenhaus in Zell am Hamersbach. Aufgewachsen bin ich in Prinzbach, lebte zeitweise in München und meine alte Tage verbringe ich in Käfersberg mit meiner Lebensgefährtin Claudia Schreibspechteimer von der Kommunalen Parkraumüberwachung der Kreisstadt Offenburg. Kinder haben wir keine.

Neben der Kunst betreibe ich eine Hausmeisterei. Die Kuckucksuhren Vertriebsgesellschaft Mittelbaden in der Heinrich-Herz-Straße, Geschäftsführerin Edith Blinzeltreu, wird von mir betreut und ebenso eine Wohnanlage in der Hildastraße in Offenburg.

Wie jeder vorbildlicher Ortenberger habe ich in Käfersberg einen großen Weinkeller. Weil wir in Prinzbach nur Moscht haben, kümmert sich der Ortenberger Wassermeischter um den Wein, den wir im Herbst so massenhaft in meinem Weinberg ernten. Fragen Sie doch mal den Fred!

So jetzt zu mir als Künstler.
Es fing alles harmlos an. Zunächst lernte ich einen anständigen Beruf. Im Auftrag meiner Mutter lernte ich Schlosser. Nachdem ich mit 18 volljährig wurde, packte ich meine sieben Sachen und verschwand still und heimlich nach München.

In München war ich am Anfang sehr flexibel und vielseitig - mit einfachen Jobs hielt ich mich mehr oder weniger über Wasser.
Und schließlich bewarb ich mich beim Freistaat Bayern für eine Anstellung in der alte Pinakothek als Aufsicht im Raum II. Tag ein, tag aus bewachte ich nun an das Werk von Albrecht Dürer 'Die vier Apostel' Die vier Apostel.
Den Wunsch Maler zu werden wurde vor diesem Bild immer intentsiver. Im Westend lernte ich nun den Rautenfisch-Liebhaber und Maler Wolfgang End kennen. Der hatte damals seine Galeristin nackt auf einem Tisch stehen. Er drückte mir den Pinsel in die Hand und sagte: 'male'!

Ich spürte meine weichen Knie, meine Hand zittete und mit einer rotbraunen Farbe machte ich einen Punkt auf dem Bild. Es sah dort genauso aus wie die Brustwarze der Galeristin. Ich hatte es geschafft! Seit dem male ich. (Siehe dazu mehr http://end-art.com/blackforest/james10.htm).

Von meinem Onkel erbte ich in Käfersberg ein Haus. Weil ich mich im Dorf nicht blamieren wollte, malte ich heimlich, managed (auf neudeutsch) als Hausmeister die Kuckucksuhren Vertriebsgesellschaft Mittelbaden und eine Wohnanlage in der Hildastraße. Daß ich mein ganzes Leben nicht Hausmeister bleiben konnte, wurde mir bei einem Aufenthalt im Offenburger Krankenhaus bewußt. Dort wurde ich zum Minimalist! Siehe dazu: http://end-art.com/blackforest/james11.htm.

Ich krempelte mein ganzes Leben um. Mein Haus in Käfersberg wurde zum Atelier. Die Hausmeisterei macht nun meine Frau. Mein Atelier ist in Käfersberg recht bekannt und es gibt auch regelmäßig Vernissagen. Siehe: http://end-art.com/blackforest/james22.html.

Bei 'Puchheim lebt' war ich als Gast beim Kunstverein 'ARTtoUS e.V.' Dort gestaltete ich die alte Bahnhofstraße. Siehe dazu den Zeitungsbericht: http://art-to-us.de/galerien/galerie_puchheim_lebt_und_spielt.html Auch im Atelier Wintergarten in Puchheim durfte ich ausstellen. Da ich persönlich nicht kommen konnte, vertrat mich der 'End'. Siehe dazu http://end-art.com/presse/presse_Blackforest-Performance_Sueddeutsche-FFB.html Ebenso in Sendling. Hommage an...Robert Lax war mein Thema. Ich bewundere Robert Lax, weil er so einfach ist. Siehe mehr dazu : http://www.soika.com/links/archiv/06d_hommage_teilnehmer.htm und http://www.end-art.com/vita/vita_kunst_in_sendling2006.html

Zu flotter Musik wurden meine Bilder bei 'Cat-Walking' auf dem Laufsteg bei einer Veranstaltung von ARTtoUS e.V. im Atelier Wintergarten präsentiert. http://art-to-us.de/galerien/galerie_cat_walking.html

Aber in meinem Künstlerleben habe ich mich nun so weit reduziert, daß ich an einem Punkt gekommen bin.
Nun möchte ich Bürgermeister werden. Da in Ortenberg etwas frei geworden ist und die Lage dort einfach ist, bewerbe ich mich hiermit als Bürgermeister. Ich werde nicht viel verändern. Die Kirche werde ich im Dorf lassen. Gemeinderatssitzungen schaffe ich ab. Dafür gibt es einmal in der Woche einen Bürgermeister-Stammtisch in der 'Krone'. Montenegro wird eine selbstständige Gemeinde. Dort können sich dann Gero Herr und Martin Bürkle für das Bürgermeisteramt bewerben. Markus Vollmer bekommt von mir einen Job als Gemeindemusiker. Er kann dann vom Kirchturm herunter den Ortenberger den Marsch blasen.

Liebe Grüße

James Blackforest
der ideale Bürgermeister

PS: Wegen meiner Rechtschreibfehler im Text mache ich mir als Bürgermeister keine Sorgen, denn ich habe ja Sie!!!

Auch Claudia staunt über seine Bewerbung. "Als Künstler hast Du genug zu tun..", schimpft sie,"... musst dann noch Bürgermeister werden, aber mach was du willst. Die "Dummen" gehen in die Politik, sagte mein Vater früher."

"Als Künstler habe ich doch alles erreicht. Meine Kunst habe ich auf den Punkt reduziert. Ich bin zum größten Minimalist geworden. Der Betrachter steht vor einem leeren Rahmen und malt seine Bilder mit seinem geistigen Auge selbst", kontert James, "...ich bin am Ende des Weges angelangt. Wenn ein Spiel zu Ende ist, muss man ein Neues beginnen. Und Bürgermeister wäre eben eine Chance und ein neues i-Tüpfelchen in meinem Leben. Der Bürgermeister ist ja auch nichts anderes als ein Hausmeister. In einer Wohnanlage bestimmt die Eigentümerversammlung und in der Gemeinde, wenn man den Pfarrer weg lässt, der Gemeinderat. Und Ortenberg ist auch nichts anderes als eine große Wohnanlage! Und Du bist dann die Frau Bürgermeisterin!"
Claudia sagt nichts mehr!
Tags darauf berichtet auch schon das "Offenburger Käsblättli" darüber:"Witzkanditat bringt Unruhe ins Rathaus"!
"Ob ich ein Witzkanditat bin? Was ist denn an mir so schlimm?“, denkt James laut,"ich möchte auch ernst genommen werden. Und wieso soll der "End" dahinter stecken, nur weil ich die Maildresse vom Atelier Wintergarten benutze..."
So bestätigt er seine Kanditatur nochmals durch einen zweiten Brief:

James Blackforest
Montenegro-Straße 13
77799 Ortenberg - Käfersberg              Käfersberg, den 14.9.2008

Gemeinde Ortenberg
z. Hd Bernd Siebert
Dorfplatz 1
77799 Ortenberg

Bürgermeisterwahl

Sehr geehrter Herr Siebert,

als fiktive Person möchte ich ernst genommen werden. Weil ich mit Wolfgang End das Atelier Wintergarten teile, habe ich das Recht auch die e-mail-Aresse vom Atelier Wintergarten in Puchheim zu benutzen.
Als Künstler habe ich fast alles erreicht. Nun strebe ich das Amt des Bundeskanzlers an. Alle fangen mal klein an und so ein Bürgermeistersessel ist nun mal das Sprungbrett zum Bundeskanzler. Ministerpräsident oder auch Bundespräsident wäre als Krönung auch nicht schlecht.

Alternativ käme auch Bischof in Frage, denn schließlich bin ich ja katholisch.

Ich ziehe meine Kandidatur nicht zurück.
Schlieslich möchte ich Bundeskanzler werden.

Mit Grüßen aus Käfersberg

James Blackforest

Doch bald meldet sich der Wahlausschuss. Der Bürgermeisterbewerber James Blackforest wird abgelehnt, weil die Adresse 'Montenegrostrasse 13' falsch ist.

"Na sowas.." denkt nun James, "...dann werde ich eben nicht Bundeskanzler. Dann haben die "Ortenberger" Pech gehabt...!"

Claudia freut sich riesig darüber: "So jetzt bleibst du uns als Künstler erhalten und in der Kunst hast Du viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Das "Offenburger Käsblättli", das immer alles besser weiß, könnte dir eine Ausstellung besorgen und dich im "Käsblättli" präsentieren..."

Aber James gibt nicht auf. Wenn ich nicht Bürgermeister werden kann, dann gründe ich einen Verein!

 

Die nächste Geschichte:
James Blackforest gründet den Anti-Vegetarier-Verein

23.11.2008

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